Sterbevorsorge

Alle Möglichkeiten der Sterbevorsorge nutzen

Auf dem Gebiet der Sterbevorsorge gab es in den letzten Jahre in Deutschland tiefgreifende Veränderungen. Bis vor einigen Jahren gehörte die Sterbevorsorge in Form von Sterbegeld zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse. Damit waren Hinterbliebe für den Todesfall eines nahen Angehörigen abgesichert. Seitdem es diese Leistungen nicht mehr gibt, muss sich jeder um eine andere Form der Vorsorge bemühen.

Vorsorge für den Sterbefall

Sterbegeldversicherung & Bestattungsvorsorge

Seit 2004 zahlt die gesetzliche Krankenversicherung als Sparte der Sozialversicherung kein Sterbegeld mehr aus. Für den Fall, dass Hinterbliebene einen geliebten Menschen beisetzen und dafür viel Geld aufbringen müssen, gibt es dennoch eine Reihe von staatlichen und privaten Hilfen. Die Rentenkasse etwa hilft Ehepartnern mit dem Sterbevierteljahr. Die gesetzliche Rentenversicherung zahlt wenige Tage nach dem Sterbefall dem hinterbliebenen Partner die Summe von drei vollen Renten aus. Dafür muss der Hinterbliebene einen Antrag stellen, der verstorbene Ehepartner selbst muss eine Rente bekommen haben. Auch Hinterbliebene von Beschäftigten im öffentlichen Dienst bekommen vom Arbeitgeber des Verstorbenen die Sterbebeihilfe. Sie kann bis zu drei Monatsgehälter betragen. Das Versorgungsamt unterstützt außerdem die Hinterbliebenen von Beamten.

Sterbevorsorge
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Der Einstieg in eine Sterbegeldversicherung ist in jedem Lebensalter möglich.

Eine weitere Einrichtung, die eine Auszahlung an Hinterbliebene leistet, wenn ein naher Angehöriger stirbt, ist die gesetzliche Unfallkasse. Damit sie diese Leistungen zahlt, muss es sich bei dem Todesfall um die Folge eines Arbeitsunfalls oder einer anerkannten Berufskrankheit handeln. In die gesetzliche Unfallkasse zahlen die Arbeitgeber ein, um ihre Beschäftigten abzusichern. Viele Arbeitgeber haben außerdem eigene Sterbekassen, um Angehörigen ihrer Mitarbeiter zur Seite zu stehen. Diese Art der Vorsorge ist in Deutschland jedoch nicht zwingend vorgesehen. Leistungen von Arbeitgebern für den Sterbefall sind deshalb absolut freiwillig. Die Kosten für eine teure Beisetzung können Hinterbliebene nicht zuletzt über ihre Steuererklärung zurückholen. Das gilt aber nur für den Fall, dass der Nachlass des Verstorbenen nicht ausreicht, um die hohen Kosten zu decken.

Sterbegeldversicherung hilft

Eine Form der privaten Vorsorge ist die Sterbegeldversicherung. Auch sie zahlt im Falle des Todes des Versicherten Geld an Hinterbliebene aus, damit diese ohne Probleme mit hohen Kosten eine würdevolle Beisetzung organisieren können. Der Abschluss einer solchen Police ist absolut freiwillig. Wer sich dafür entscheidet, zahlt regelmäßig in einen Vertrag ein und sichert damit seinen eigenen Todesfall und weniger seine Hinterbliebenen ab. Denn Zweck der Versicherung ist, dass der Kunde sich um die Bezahlung seiner Bestattung keine Gedanken machen muss, weil er selbst vorgesorgt hat.

Die Sterbevorsorge läuft in diesem Fall über eine Kapitallebensversicherung. Ihr Merkmal ist, dass zum einen Teil Geld für einen bestimmten Zweck angespart wird. Zum anderen Teil wird ein Risiko abgesichert. Stirbt der Versicherte, bekommt der durch den Vertrag begünstigte die Summe ausgezahlt, die der Versicherungskunde mit seiner Versicherungsgesellschaft vereinbart hat. Die Summe ist zweckgebunden. Der Begünstigte ist deshalb in der Verantwortung, das Geld aus der Sterbevorsorge für den gedachten Zweck einzusetzen. Wer der Begünstigte ist, bestimmt der Versicherungsnehmer selbst. Es kann der hinterbliebene Partner sein, ein naher Angehöriger aber auch ein guter Freund oder Bekannter. Wichtig ist, dass sich der Versicherte mit dem Begünstigten abspricht, wie er sich die Gestaltung der Beisetzung vorstellt. Damit hat derjenige, der das Geld aus der Sterbevorsorge am Ende erhält, auch eine genaue Anweisung dafür, welche Ausgaben bezahlt werden müssen.

Vorsorge über das Bestattungsunternehmen

Hat der Versicherte keine engen Angehörigen und auch keinen nahestehenden Menschen, der sich um alles kümmert, kann er sich bei der Sterbevorsorge auch direkt mit dem Bestattungsunternehmen absprechen. Auch in diesem Fall ist der Abschluss einer Sterbegeldversicherung möglich. Im Todesfall geht das Geld an das gewählte Unternehmen. Dieses sorgt für die Beisetzung nach den Wünschen und Vorstellungen des Verstorbenen. Der Vorteil in diesem Modell ist, dass sich Versicherungskunde und Bestattungsinstitut vorher genau absprechen können, welche finanziellen Aufwendungen nötig sind. Außerdem können sie sich über die Grabpflege einigen, die in der Zeit nach der Beisetzung ebenfalls Kosten verursacht, die abgedeckt werden müssen.

Versicherungssumme muss ausreichen

Denn gerade bei der Versicherungssumme müssen Kunden genau hinsehen. Möglich sind heute Summen zwischen 500 Euro und 25.000 Euro. Dabei soll die vereinbarte Summe allerdings ausreichen, um den Zweck der Sterbevorsorge zu erfüllen. Sie sollte also nicht zu niedrig aber auch nicht zu hoch vereinbart werden. Ist die Summe zu gering, reicht das Geld im Fall der Fälle nicht aus. Ist sie zu hoch, spart der Versicherte über eine längere Zeit mit zu hohen Prämien Geld an, das am Ende nicht benötigt wird. Experten raten, Summen von mindestens 5.000 Euro zu wählen. Damit sind nicht nur reine Bestattungskosten gut abgedeckt. Auch die Ausgaben, die sich um einen Sterbefall summieren und die laufenden Kosten bei der Grabpflege machen den Hinterbliebenen mit einer ausreichend hohen Summe keine Probleme mehr.

Wer gezielt vorsorgen will, sollte eine günstige Sterbevorsorge wählen. Um eine günstige Police zu finden, empfiehlt sich ein Vergleich unter den angebotenen Vertragsvarianten. Wichtig ist, nicht an der Versicherungssumme zu sparen und sich für einen Vertrag zu entscheiden, der den eigenen Bedürfnissen nahe kommt. Der Einstieg in eine Sterbegeldversicherung ist in jedem Lebensalter möglich. Je früher eine solche Police abgeschlossen wird, umso günstiger sind die Prämien. Spätestens ab dem 40. Lebensjahr sollten Interessenten über einen Vertrag nachdenken.

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